Was heißt: Foto-Theorie? (Teil 3)

Vom unvermeidlich Normativen und den Grenzziehungen war in den beiden vorangegangenen Beiträgen die Rede als es um die Frage ging, was Theorie im Hinblick auf künstlerische Fotografie leisten kann und soll. Normen setzen ohnehin die Künstler (mit ihren Bildern und deren jeweiliger Erscheinungsform), der Markt und auch die nach wie vor kanonisierenden Institutionen. Die Frage…

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„Aus der Luft gegriffen“ oder kann Luft Fotografie tatsächlich schaden?

Schaut man sich heute Museumsdepots/Kunstdepots an, sind diese meistens vollklimatisiert. Die Temperatur und relative Luftfeuchte präzise auf gewünschte Werte einstellen zu können sowie das Bewusstsein dafür, wie wichtig ein stabiles Klima für die Langzeiterhaltung künstlerischer Fotografie ist, sind inzwischen gängiger Museums- bzw. Archivstandard. Doch wie genau verhält es sich eigentlich mit der Luft an sich?…

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Was heißt: Foto-Theorie? (Teil 2)

Der erste Teil unserer Überlegungen zur Foto-Theorie mündete in den Appell: keine Angst vor Kunst-Kritik und Kunst-Geschichte! Und nun? Wenn Theorie die auf den Begriff gebrachte Anschauung ist – zu dieser Ansicht tendiert nicht nur der Frankfurter Ästhetik-Professor Martin Seel mit Kant’schem Impetus in seinem kurzweiligen Buch „Theorien“ (2009) – dann stellt sich die Frage, ob…

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Was heißt: Foto-Theorie? (Teil 1)

Man redet, und wir tun es in diesem Blog ja auch, oftmals sehr schnell und leichtfertig von Foto-Theorie – was aber ist damit eigentlich gemeint? Welches Gebiet der Fotografie ist damit umrissen, welches wird damit ausgeschlossen? Kann man eine möglichst trennscharfe Definition finden, die eine inflationäre und damit beliebige Verwendung des Begriffes ausschließt? Diese Fragen…

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Kann man Fotografie wirklich unendlich reproduzieren? Ein Plädoyer für den Vintage Print

Ist man im Besitz des Negativmaterials bzw. der digitalen Datei, ist Fotografie unendlich reproduzierbar. Diese Annahme wird keiner künstlerischen Disziplin so oft unterstellt wie der Fotografie. Findet sich in der Sammlung ein stark verblichenes Vintage C-Print und man ist gleichzeitig im Besitz des Negativmaterials, könnte man denken „das kann man doch noch einmal neu abziehen“.…

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„Diasec“, „Face Mounting“ oder doch „bildseitig kaschiert“ – das ist hier die Frage

Als ob die unzureichende Beständigkeit eines C-Prints nicht schon allein genügend konservatorische Problemstellungen mit sich bringen würde, gibt es seit den 90er Jahren vermehrt die weiterverarbeitende Technik des bildseitigen Kaschierens mit Plexiglas. Künstler wie Andreas Gursky, Thomas Ruff oder Sascha Weidner bedienten sich dieser Oberflächenversiegelungstechnik, um vor allem mehr Bildtiefe, einen „wet look“ und einen…

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Ist das Kunst oder kann das weg?

Ein Problem der Präsentation von Fotografie in Kunstmuseen aus Anlass einer Ausstellung von Robert Lebeck Das Jahr 1968 liegt nun schon ein halbes Jahrhundert hinter uns, so dass dies für die mittlerweile stark veränderte Republik ein gelungener Anlass sein darf auf ein umwälzendes Jahr seiner Geschichte selbstzufrieden zurückzuschauen. Das Kunstmuseum Wolfsburg reflektiert dieses Thema in…

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Nomen (non) est omen? Zur Lebenserwartung von Inkjet-Prints

Man muss den Wandel mancher Produktionsprozesse nicht unbedingt bedauern, aber sollte dennoch nüchtern konstatieren: In der zeitgenössischen Fotografie werden immer mehr Werke nicht mehr von Künstlerinnen und Künstlern selbst geprintet, sondern von externen Dienstleistern. Dabei richtet sich die Materialauswahl vor allem nach der Produktpalette vor Ort und der vom Kunstschaffenden angestrebten Ästhetik. Die Frage der Langzeiterhaltung…

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Das Fotobuch als diskursives Archiv eines kollektiven Gedächtnisses

Eine der entscheidenden medialen Stärken des Fotobuchs liegt in seiner Fähigkeit, zahlreiche fotografische Fragmente unterschiedlichster Entstehungskontexte und damit diverser (Lebens-) Wirklichkeiten in Beziehung zueinander zu setzten. Wie ein fotografischer Kartograph vermag das Fotobuch räumliche, zeitliche und gesellschaftliche Schnittstellen zu strukturieren und zu visualisieren. Dabei fungiert das Fotobuch ähnlich eines Familienalbums als eine Ansammlung sowohl individueller…

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Goodbye Walker! Wider das Diktat des „dokumentarischen Stils”

Das „So-ist-es-gewesen“ hat bekanntlich Roland Barthes in seiner altersmüden Schrift „Helle Kammer“ zum Wesen der Fotografie hochstilisiert – das konnte er, weil ihm die fotografische Kunst nicht geläufig war oder ihn schlicht nicht interessiert hat. Dass Barthes damit zugleich den Adepten des amerikanischen Fotografen Walker Evans und dessen viel zitiertem Lob eines „dokumentarischen Stils“ in…

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Passagenbilder – Das Film-Still als prekäre Fotografie

Film-Stills stehen im Dienste des Films. Vornehmlich als Werbematerial produziert sind sie in Kinofoyers und Schaukästen anzutreffen und sollen hier einen Eindruck des Films vermitteln, zeigen, welche Schauspieler, Kostüme und Ausstattungen uns im Film erwarten. Ist der Film aus dem Programm des Kinos genommen, wandern die Stills in der Regel in den Müll, in seltenen…

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What are you committed to? Fotografie-Geschichte als ein möglicher Teil der Kunstgeschichte

Die Akademiker und öffentlichen Institutionen denken – was vielleicht unvermeidbar ist (?) – beim Umgang mit Kunst gern in Schubladen: Man separiert nach historischen Epochen, Stilen, nach Gattungen und Medien. Die Fotografie ist mittlerweile zwar keine junge Bildform mehr, aber als ein Teil des etablierten künstlerischen Diskurses ist sie wirklich vergleichsweise noch ein reifer Teenager.…

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Wer’s findet, darf’s behalten. Der Reiz von Found Footage in der künstlerischen Fotografie

Verblichen oder verfärbt, verschwommene Szenen in der Ästhetik der Vergangenheit: In aktuellen Ausstellungen erfreut sich das Vintage-Foto großer Beliebtheit, ob es sich um Originale als Ready-Mades, Ausschnittvergrößerungen oder um Meta-Inszenierungen handelt, in denen das milchige Seidenpapier wie im alten Fotoalbum Teil des Bildes wird. Diese Form der Aneignung spiegelt nicht nur den aktuellen Retro-Trend wieder,…

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The Eye – Zur Technik der digitalen Fotografie

Wie erkennt man die Besonderheiten digitaler Prints? Wer versteht eigentlich etwas von digitaler Fotografie und ihrer Technik? – Zumindest der Amsterdamer Foto-Restaurator Martin Jürgens! Hinter dem Zauberwort des “Digitalen” versteckt sich, zweifellos für die meisten Interessierten überraschend, eine ungeheure Vielzahl unterschiedlichster Möglichkeiten der visuellen Umsetzung. Was abstrakt klingen mag, führt Jürgens auf seiner neuen Homepage mit dem…

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No apocalypse, not now! Bilderflut als Chance

Die Warnung vor Bildern hat eine lange Tradition, die sich durch die christlich-jüdische Religion zieht und im gregorianischen Diktum des 8. Jahrhundert einen prägnanten Ausdruck findet, wenn die Gefahr der Idolatrie mit den Worten beschrieben wird: »Bilder sind Schrift für Idioten«. Die religiös begründete Warnung vor dem Bild hat sich nach dem Zeitalter der Aufklärung…

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Die Fotografie – ein Bild im Plural

In Foto-Ausstellungen begegnen uns Fotografien oftmals als Einzelbilder, gerahmt und unter Passepartout, in angemessenem Abstand zu den anderen Bildern. Modelle, die diese auf dem Singular der Fotografie basierenden Präsentationsweisen konterkarieren, liefern plurale Bildarrangements wie sie beispielsweise in den Hyperimages von Wolfgang Tillmans (s. obige Abbildung des Sammlungsraums im Museum Folkwang), Peggy Buth und Arwed Messmer…

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Foto-Theorie: Eine vergangene Mode?

Die helle Kammer ist ein Buch, das neben Walter Benjamins Essays vielleicht die größte Resonanz innerhalb des theoretischen Diskurses zur Fotografie im vergangenen Jahrhundert erhalten hat. Der innovative Ertrag dieser Schrift ist gleichwohl reichlich begrenzt und so war ich überaus erfreut über einen Essay von Christoph Ribbat, der 2004 im Kunstforum International erschien und den Titel…

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Welche Zukunft hat die Fotografie?

In Anbetracht der aktuellen Flut an Kongressen und Tagungen, die sich dem Thema der Identität und Zukunft der Fotografie im dritten Millennium widmen, erscheint es immer dringlicher den einschneidenden Wandel zu reflektieren, welcher die Kommunikationsinstrumente und -formen der Fotografie bereits verändert hat und auch nach wie vor modifiziert. Die visuelle Kultur der Gegenwart ist von…

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Wie „original“ soll die ausgestellte Kunst sein?
Theorie

In den letzten Jahren laufe ich häufiger durch Foto-Ausstellungen in Museen, bei denen ich Arbeiten begegne, die ich andernorts schon einmal gesehen habe und die in meiner Erinnerung doch anders aussehen als bei der ersten Begegnung mit ihnen. Das betrifft nicht nur Werke von Zeitgenossen, die nach der ersten Produktion ungerührt Größe, Rahmung, Drucktechnik o.a.…

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Butter bei die Fische? Studierende aus Dortmund in Essen

Unter dem Titel “Butterland – Delusion of Photography” zeigt das Folkwang Museum vom 29.11.2018 bis 6.1.2019 eine Ausstellung des Studiengangs MA Photographic Studies der Fachhochschule Dortmund. Dabei geht es, der Presse-Verlautbarung zufolge, um die Untersuchung eines grundlegenden Wandel der Kommunikation. Der Gebrauch fotografischer Bilder nimmt hierbei eine Schlüsselstellung ein und ist gekennzeichnet von zunehmender Beschleunigung und…

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Wenn Masse in Klasse umschlägt: Bettina Dunker zum Bilder-Plural in der zeitgenössischen Fotografie

Dass Fotografie in der zeitgenössischen Kunst nicht immer in Gestalt eines Einzelbildes (vielfach als „Tableau“) begegnet, sondern – im Gegenteil – bevorzugt als ein plurales Phänomen, ist nicht erst seit der verstärkten Diskussion von Archiven, dem Internet oder auch der Bilderflut ein bekanntes Phänomen. Ein Foto kommt selten allein. Abgesehen von einigen Ausstellungen, die sich…

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Aus einer Sommerparty wurde ein Kunstwerk: Nicholas Nixons Retrospektive „Life Work“ bei C/O Berlin

Mit immer demselben Motiv etwas Neues schaffen, das ist Nicholas Nixon mit seinen Schwesternporträts gelungen. Das erste Bild entstand auf einer Familienfeier im Sommer 1974. Dort fotografierte Nixon seine damalige Freundin Bebe mit ihren drei Schwestern als Erinnerung an die Zusammenkunft. Doch dabei blieb es nicht. Das Gruppenporträt war nur der Ausgangspunkt der seit 40…

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Wie man mit einem verfehlten Titel doch eine wunderbare Ausstellung macht

“The Moment is Eternity – Works from the Olbricht Collection”: Ausstellungs-Titel sind nicht immer das einfachste Genre. Und deshalb muss man sich vor dem im Berliner „me Collectors Room“ angekündigten Pathos auch nicht erschrecken und darf bis zum 1.4.2019 ganz unbefangen durch die große Privatsammlung schlendern. Das Feuerwerk dessen, was man hier zu sehen bekommt,…

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Die Kölner Szene lebt!

Spätestens seitdem die “Photokina” 1950, also ganz kurz nach der Gründung der Bundesrepublik, die Fotografie wieder zu einem massenwirksamen Thema gemacht hat, steht Köln als ein Zentrum der Fotografie da. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Parallel zu dieser Großmesse ist vom 21. bis 30. September 2018 in der Stadt am Rhein die Internationale…

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