Wer’s findet, darf’s behalten. Der Reiz von Found Footage in der künstlerischen Fotografie

Verblichen oder verfärbt, verschwommene Szenen in der Ästhetik der Vergangenheit: In aktuellen Ausstellungen erfreut sich das Vintage-Foto großer Beliebtheit, ob es sich um Originale als Ready-Mades, Ausschnittvergrößerungen oder um Meta-Inszenierungen handelt, in denen das milchige Seidenpapier wie im alten Fotoalbum Teil des Bildes wird. Diese Form der Aneignung spiegelt nicht nur den aktuellen Retro-Trend wieder,…

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No apocalypse, not now! Bilderflut als Chance

Die Warnung vor Bildern hat eine lange Tradition, die sich durch die christlich-jüdische Religion zieht und im gregorianischen Diktum des 8. Jahrhundert einen prägnanten Ausdruck findet, wenn die Gefahr der Idolatrie mit den Worten beschrieben wird: »Bilder sind Schrift für Idioten«. Die religiös begründete Warnung vor dem Bild hat sich nach dem Zeitalter der Aufklärung…

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Die Fotografie – ein Bild im Plural

In Foto-Ausstellungen begegnen uns Fotografien oftmals als Einzelbilder, gerahmt und unter Passepartout, in angemessenem Abstand zu den anderen Bildern. Modelle, die diese auf dem Singular der Fotografie basierenden Präsentationsweisen konterkarieren, liefern plurale Bildarrangements wie sie beispielsweise in den Hyperimages von Wolfgang Tillmans (s. obige Abbildung des Sammlungsraums im Museum Folkwang), Peggy Buth und Arwed Messmer…

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Foto-Theorie: Eine vergangene Mode?

Die helle Kammer ist ein Buch, das neben Walter Benjamins Essays vielleicht die größte Resonanz innerhalb des theoretischen Diskurses zur Fotografie im vergangenen Jahrhundert erhalten hat. Der innovative Ertrag dieser Schrift ist gleichwohl reichlich begrenzt und so war ich überaus erfreut über einen Essay von Christoph Ribbat, der 2004 im Kunstforum International erschien und den Titel…

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Welche Zukunft hat die Fotografie?

In Anbetracht der aktuellen Flut an Kongressen und Tagungen, die sich dem Thema der Identität und Zukunft der Fotografie im dritten Millennium widmen, erscheint es immer dringlicher den einschneidenden Wandel zu reflektieren, welcher die Kommunikationsinstrumente und -formen der Fotografie bereits verändert hat und auch nach wie vor modifiziert. Die visuelle Kultur der Gegenwart ist von…

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Wie „original“ soll die ausgestellte Kunst sein?
Theorie

In den letzten Jahren laufe ich häufiger durch Foto-Ausstellungen in Museen, bei denen ich Arbeiten begegne, die ich andernorts schon einmal gesehen habe und die in meiner Erinnerung doch anders aussehen als bei der ersten Begegnung mit ihnen. Das betrifft nicht nur Werke von Zeitgenossen, die nach der ersten Produktion ungerührt Größe, Rahmung, Drucktechnik o.a.…

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Gepflegte Langeweile – Grenzen des Dokumentarischen

Der 1969 geborene Alec Soth ist einer der erfolgreichsten Fotografen der letzten Jahre – sofern man „Erfolg“ an der Menge seiner Ausstellungen bemisst, die sich auf seiner Homepage verfolgen lässt: http://alecsoth.com/photography/?page_id=125 Die Hamburger Deichtorhallen zeigen vom 8.9.2017 bis 7.1.2018 eine mittelgroße Überblicksausstellung des Fotografen, der im Pressetext als „bildender Künstler, Magnum-Fotojournalist, Blogger, Selbstverleger, Instagrammer und…

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The Eye – Zur Technik der digitalen Fotografie

Wie erkennt man die Besonderheiten digitaler Prints? Wer versteht eigentlich etwas von digitaler Fotografie und ihrer Technik? – Zumindest der Amsterdamer Foto-Restaurator Martin Jürgens! Hinter dem Zauberwort des „Digitalen“ versteckt sich, zweifellos für die meisten Interessierten überraschend, eine ungeheure Vielzahl unterschiedlichster Möglichkeiten der visuellen Umsetzung. Was abstrakt klingen mag, führt Jürgens auf seiner neuen Homepage mit dem…

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„Im Dialog: DAS Foto“ – NEUE TERMINE

Nach dem erfolgreichen Beginn der Veranstaltungsreihe „Im Dialog: DAS Foto!“ setzt das Sprengel Museum diese nach der Sommerpause fort. Erneut werden monatlich jeweils zwei Personen – KünstlerInnen, KuratorInnen, DozentInnen, GaleristInnen, PublizistInnen und andere Freunde  der Kunst – zur Vorstellung ihres wichtigsten Fotos eingeladen. Welches ist ihr Lieblingsbild, gibt es das überhaupt und wenn ja: was…

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SYMPOSIUM

Fotografiert-Werden: Rineke Dijkstra und die Kunst des zeitgenössischen Porträts Sprengel Museum Hannover (Auditorium), 7.9.2017   10:30 Uhr Begrüßung Reinhard Spieler (Sprengel Museum Hannover) + Lavinia Francke (Stiftung Niedersachsen)   11:00 Uhr Einführung Stefan Gronert (Sprengel Museum Hannover)   11:15 Uhr Serielle Strategien in der Porträtfotografie von Rineke Dijkstra Ulrike Schneider (Niedersächsische Sparkassenstiftung)   11:45 Uhr…

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Über das neue Pathetische

Friedrich Schiller schrieb 1801 in seinem Text „Über das Pathetische“ über das Vergnügen am Leid und großen Gefühlen und der Freiheit darin. Aber was bedeutet Pathos heutzutage? Ist es jene Distanz die Andreas Mühe in seiner aktuellen Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen (19.5.-20.8.2017) postuliert? Der Ausdruck von Pathos, großen Emotionen und Leid war seit jeher…

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Foto-Manifeste

Mit Kategorien kommt man im Leben immer schnell an Grenzen, so auch mit unserem „Extern“, wo eigentlich auf Veranstaltungen und Ähnliches verwiesen werden soll. Das Ähnliche ist hier jedoch eine großartige Homepage, die sich mit einem fototheoretischen Thema beschäftigt und die im unüberschaubaren Internet nicht übersehen werden sollte: Die 2016 von Bernd Stiegler und seinen Konstanzer Studierenden…

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