Wenn Theorie Praxis wird: Die aktuelle Diskussion der Fotografie

Vielfach stellt sich gegenwärtig die Frage, was es denn für neue zentrale Motive der Foto-Theorie gibt: Spur, „So-ist-es-gewesen“, Index etc. – all das hat Patina angesetzt und wirkt im digitalen Zeitalter eigentümlich deplatziert. Gibt es also keine Probleme mehr? Geht es wirklich nur (!) noch um die technologische Verabschiedung der Urheberschaft im Grenzbereich zwischen Malerei…

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Chronomade. Vom Fotografieren und dem Beobachten seiner Effekte

„Die angedeuteten Konturen an einer Höhlenwand, der erste Spiegel, die Entwicklung der Portraitmalerei, die Wissenschaft der Fotografie – das waren Fortschritte, die uns erlaubten, uns selbst besser mit zunehmender Wahrhaftigkeit zu verstehen.“ (Julian Barnes, Lebensstufen, Köln 2015, S. 36)   Der Sammler als Fotograf – das Publikum als beobachtende Betrachter*innen Das historische System der Fotografie ist…

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Kontaktsperre: Die Schwäche der Reproduzierbarkeit

Museen, Ausstellungshäuser und Galerien sind nicht systemrelevant, zählen aber, wie wir in den letzten Tagen lernen konnte, gleichzeitig nicht zu den Event-Institutionen, sondern eher – wie Bibliotheken – zu einem Bildungssektor, der zur individuellen (nicht: kollektiven) Versenkung in dingliches bzw. geistiges Gut dient. Als wenn wir das, was die politischen Entscheidungen von Bund und Ländern nun ausdrücklich…

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Kontexte des Ikonischen. Zur Differenzierung der Natur fotografischer Bilder

Im März 2020 veröffentlichte die Presseagentur dpa eine Fotografie, die drei bekannte PolitikerInnen während des Fluges über ein Krisengebiet entlang die griechisch-türkischen Grenze zeigt. Handelt es sich hier nun um eine aktuelle Ikone, um einen zeitlosen Kontext oder um eine noch nicht anerkannte Form von Kunstfotografie? (Das Bild mussten wir aus urheberrechtlichen Gründen leider entfernen.…

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Fotografisches denken. Fragen aktivieren Fotografien

Was würde eigentlich geschehen, würde man sich Antworten vorstellen, indem nicht wir Fotografien, sondern Fotografien uns fragen würden, wie wir im Laufe der Zeit zu Fotografiekundigen geworden sind? Sind es nicht gerade Fragen, die die Aktualität von Fotografien aktivieren? (Analoge) Fotografien besitzen, so Roland Barthes in seiner „Hellen Kammer“ (1980), ein „Bestätigungsvermögen“: sie zeigen, wie…

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Globalisierungs-Gewinner? Eine Provokation politischer Fotografie

Das Thema der kulturellen Diversität kann die Fotografie besonders gut und nachvollziehbar thematisieren. Und das ist reizvoll, denn wer will die politische Relevanz der Kunst schon vorschnell aufgeben? Die verführerische Ambivalenz dieses Unternehmens ist freilich auch nicht von der Hand zu weisen – das wurde parallel zur Paris Photo aus Anlass einer Ausstellung von Hassan…

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Ist die Fotografie wirklich ein „Heißes Medium“ im Sinne McLuhans?

Marshall McLuhan unterscheidet zwischen „heißen“ und „kalten Medien“. Heiße Medien erweitern nur einen Sinn des Menschen. Sie sind sehr detailreich und bieten eine große Menge an Informationen. Die benötigte Aufmerksamkeitsspanne ist dementsprechend gering. Zu den heißen Medien zählt McLuhan beispielsweise die Fotografie, Kinofilme und den Hörfunk. Kalte Medien dagegen sind detailarm und benötigen daher eine…

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Kunst und Fotografie: Wie steht es mit der Zwei-Welten-Lehre?

Wenn man mit Studierenden (wohl gemerkt: an Kunsthochschulen!) der Fachrichtungen Kunst oder Design spricht, dann scheint die Frage nach dem Zusammenhang von Kunst und Fotografie antiquiert und wird – ob der vermeintlichen Irrelevanz der Problematisierung – zumeist mit erstauntem Blick schlicht beantwortet: Fotografie ist halt Kunst! Dass dies historisch eine junge Allianz ist, die in…

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