Bei der kuratorischen Ausstellungs-Praxis lässt sich grundsätzlichen zwischen Gruppen- und Einzelausstellungen differenzieren. Hinzu kommt das Subjekt der künstlerischen Personen und ihre Integration in die praktische Arbeit des Kuratierens: handelt es sich um eine lebende oder um eine bereits verstorbene Position? Diese Unterscheidungen sind Banalitäten. Die Wirklichkeit ist dann doch oft komplexer. Wie verhält es sich…
WeiterlesenTheorie
„Behind the Camera“. Das fotografische (Selbst-)Porträt als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung
Wer betrachtet, und wer wird beobachtet? Eine Frage, die mit der abgebildeten Fotografie unweigerlich aufgeworfen wird. Im Zentrum der Darstellung, die ca. 1932 entstanden und deren Urheber*innenschaft bis heute ungeklärt ist, steht die Fotografin und Filmemacherin Ella Bergmann-Michel (1895–1971). Inmitten eines sonnenbeschienenen Platzes befindet sich die Künstlerin im unmittelbaren kreativen Prozess: Mit einer Kinamo-Kamera fokussiert…
WeiterlesenWas vor einem halben Jahrhundert geschah: Eine kleine Eloge auf Lothar Schirmer
Foto-Bücher haben innerhalb der Szene eine Konjunktur: die Definitionen dieses Genre werden durchaus kontrovers diskutiert, aber Konsens dürfte wohl darüber bestehen, dass man sie nicht mit Büchern über Fotografie verwechseln sollte – selbst wenn auch da die Grenzen bisweilen fließend sind. Wenn ich mich als Historiker und Theoretiker zu meinem künstlerischen Medium verhalte, suche ich…
WeiterlesenDas Verschwinden, das Bremsen und das Zähneknirschen: Probleme der Farbfotografie
Die große Kunst-Welt wird gerade von einem scheinbaren Skandal bewegt, demzufolge der ehemalige britische Pop-Star Damien Hirst über das Alter seiner Hai-Skulpturen getäuscht habe. Das in Formaldehyd getauchte Tier von 1991 sei wegen Alterungsprozessen ausgetauscht worden, aber das Datum unverändert geblieben: Betrug! Doch der vermeintliche Konzeptkünstler nimmt die Schlagzeilen selbst im deutschsprachigen Feuilleton (FAZ, Zeit,…
WeiterlesenZweifel und Versprechen. Hans Magnus Enzensberger und Boris Groys über Kunst und Fotografie
Noch bis in die Zeit um die Jahrtausendwende zehrte die Kunst- und Foto-Theorie von der wechselseitigen Erhellung zwischen Kunst/Malerei und Fotografie. Auch wenn letztere längst unangefochten ihren Kunststatus errang, lohnt es sich immer noch ihre wechselseitige Abhängigkeit historisch zu beleuchten. In diesem Text werden dazu beispielhaft entsprechende Positionen von Enzensberger mit denen von Groys gegenübergestellt.…
WeiterlesenMehr als nur Alltagserleben: Die fotografischen Arbeiten von Käte Steinitz
Noch immer erfahren Fotografinnen keine gleichberechtigte Position in der Darstellung von künstlerischen Entwicklungsprozessen. Zu ihnen gehört auch die deutsche Fotografin, Zeichnerin und Autorin Käte Steinitz (1889–1975), die bis heute hinter männlichen Künstlerkollegen wie Kurt Schwitters, László Moholy-Nagy und El Lissitzky zurücksteht. In einer umfangreichen Retrospektive mit über 80 Zeichnungen, 50 Fotografien und weiteren Arbeiten der…
WeiterlesenWar was? Das Jahr der Langeweile
Ein Jahresende ist stets gleichbedeutend mit dem zwanglosen Zwang zur Selbstvergewisserung. Also stellt sich die keineswegs notwendig melancholisch klingende Frage: Was war eigentlich in diesem Jahr in der Foto-Szene los? Etwas hilf- und folglich sprachlos bemühen wir im Stile eines Gymnasiasten das Zauberwerkzeug ChatGPT mit dem Imperativ: „Fasse die wichtigsten Ereignisse in der Foto-Szene des…
WeiterlesenBlick zurück ins 21. Jahrhundert: Peter Geimers Text-Sammlung der neueren Foto-Theorie
Gibt es gerade eine Theorie-Renaissance? Oder war die sowieso schon immer – wenn auch oft nur latent) ein heißes Eisen? Die Vermutung drängt sich auf, weil soeben zwei dicke Überblicks-Bände zum Thema erschienen sind: Zum einen der lapidar „Kunsttheorie“ bezeichnete Band von Hubert Locher. Er spannt sich von der Antike bis zur Gegenwart und wird…
WeiterlesenModus MEHR. Fotografie im Zeitalter ihrer Rezeption
Wohl kaum ein anderes visuelles Medium der Moderne war und ist bis heute derart sozial adaptiv begabt wie die Fotografie. Seit einiger Zeit stehen dabei individualisierte, zeitbedingte Rezeptionsweisen im Mittelpunkt von angewandter, praktischer Fototheorie. Singuläre, selbstbestimmte Zugänge zur Fotografie werden heute weniger durch generationenbedingte Erfahrungen ermöglicht als vielmehr durch in eine Zukunft gerichteten Erwartungshorizonte. Bedingt…
WeiterlesenWenn nicht alles so bleibt, wie es mal war. Erweiterte Kategorien des Fotografischen
„Partizipation“ ist nicht gerade das Zauberwort im Umgang mit Fotografie – schließlich hängt das fotografische Bild gerahmt (ggfs. sogar noch unter einem Passepartout-Karton) an der Wand. Aber dieses Verständnis des Mediums ist natürlich (leicht) antiquiert und gilt nur noch jenen Romantikern als Ideal, denen der Kontext der Kunst und der digitalen Technik als spätmodernistische Verfehlungen…
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