Rückblick auf einen Markt-Erfolg

Das Frankfurter Städel, bislang kein wirklicher Ort der Fotografie, wagt sich an einen ersten Rückblick auf die Erfolgsgeschichte der neunziger und frühen nuller Jahre: die Becher-Klasse. Unter dem Titel „Fotografien werden Bilder“ sind dort noch bis 13. August 2017 ausgewählte Arbeiten von Volker Döhne, Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Tata Ronkholz, Thomas Ruff,  Jörg Sasse, Thomas Struth und Petra Wunderlich zu sehen.  

Eine wirklich große Ausstellung, die sich über zwei Etagen erstreckt, durch das Zeitalter der Digitalisierung unterteilt in zwei Stockwerke: analog (unten) und digital (oben). Natürlich hätte man auch andere Differenzen finden können, etwa Schwarzweiss/Farbe, Klein-/Großformat, aber die  auch historisch argumentierende Aufteilung leuchtet letztlich doch ein. Etwas schwer nachvollziehbar ist hingegen die Auswahl der Fotografen, wobei erfreulich ist, dass der Düsseldorfer Männer-Clique immerhin drei Frauen zugeordnet werden. Auch der Ausgrabung des vergessenen Volker Döhne, der tatsächlich der früheste Meister der Düsseldorfer Farbfotografie ist, darf man applaudieren ebenso der grossen Präsenz des innovativen Jörg Sasse. Schade jedoch, dass kaum Hauptwerke von Gurksy und Ruff zu sehen sind, sich die Auswahl der ausgestellten Fotos statt dessen auf zahlreiche mediokre Arbeiten aus Frankfurter Banken beschränkt.

Überzeugend hingegen die variierende Abfolge der Räume und die grau abgedunkelten Wände, die den Bildern bei reduziertem Licht dennoch eine Leuchtkraft vermittelt – das ist eine sicher vorbildliche Präsentationsform. Alles in allem: eine nette Ausstellung, die zu wenig neuen Einsichten führt, sich gut „verkaufen“ lässt und die einen Besuch lohnt.