Editorial

Fotografie, Kunst und Theorie: Die drei Begriffe geben eine klare inhaltliche Richtung dieses Blogs an. Wir wollen hier Fotografie unter dem Horizont der Kunst – wo sie ja bekanntlich nicht selbstverständlich logiert und zu der auch nur ein geringer (nicht unbedingt: „besserer“) Teil der gängigen fotografischen Produktion zählt – in theoretischer Perspektive diskutieren.

Selbst wenn die ersten beiden Begriffe (nicht: die Phänomene) klar verständlich scheinen, stellt sich aber vielleicht die Frage: Was meint hier „Theorie“? Schließlich handelt es sich um einen Begriff, der gern zur fortgesetzten Abgrenzung zwischen Museum und Wissenschaft eingesetzt wird – was in diesem Blog nicht geschehen soll. Man muss nicht existierende Gräben noch vertiefen. Wir wollen hier vielmehr eine breite Basis für eine allgemeine Beschäftigung mit künstlerischer Fotografie bieten. Unser Verständnis von „Theorie“ begnügt sich zunächst einmal damit, dass eine spezifische Bild-Art als Anlass einer Diskussion über Fotografie im Kontext der Kunst fungiert, sich also nicht in ihrer stummen Sichtbarkeit genügt. Im Unterschied zu unzähligen bildreichen Foto-Blogs, die inzwischen das Internet bevölkern, will unser Sprengel FOTO-Blog also erstmals im deutschsprachigen Raum eine theoretische Auseinandersetzung im Spannungsbereich von Fotografie und Kunst bieten. Insofern versteht er sich als ein text-lastiges, wenn auch die Reproduktion von Bildern nicht vollkommen ausschließendes Forum.

Im Zentrum stehen betont knappe, pointierte Beiträge bzw. Impuls-Beiträge von unterschiedlichen Autoren, die zur tatsächlichen Diskussion anregen sollen. In regelmäßigen Abständen (von ca. vier bis acht Wochen) werden hier „Grundsatzfragen“ zur Debatte gestellt. Anreger sind zwar wir, aber insgesamt ist der Kreis der Impulsgeber, Anreger, Themen und Gegenstände des Blogs ausdrücklich nicht auf die Kunstwerke oder Programme des Sprengel Museums Hannover beschränkt.

Wie im Blick auf die Seite erkennbar wird, sind neben dem zentralen Diskussions-Beitrag noch vier weitere „kleine“ Foren zu finden:

  • Die Kategorie „Literatur“ bietet Raum für kurze Rezensionen oder Vorstellungen neuer Publikationen zur künstlerischen Fotografie.
  • Die Kategorie „Ausstellungen“ verweist in knappen Besprechungen auf aktuelle Fotografie-Ausstellungen. – Für diese beiden Rubriken freuen wir uns besonders auf das Engagement jüngerer AutorInnen, die sich bei der Redaktion melden dürfen.
  • Ein weiterer Bereich verweist auf externe Veranstaltungen (Kongresse, Talks etc.) zu unserem Themenhorizont. Hinweise sind willkommen.
  • Und schließlich wollen wir in den „Sprengel-News“ dann doch noch eine Anbindung an den Ort des „Ursprungs“ dieses Blogs bieten. Hier werden kurze Einblicke in die Aktivitäten des Sprengel Museums zur Fotografie zu lesen sein.

Das Ganze ist ein Versuch, der nur funktionieren kann, wenn sich eine interessierte „community“ bildet. Wir freuen uns über rege Teilnahme und danken bereits der Stiftung Niedersachsen für die Unterstützung.

Für die Redaktion: Stefan Gronert